Gebrauchtwagen: Gutes in der Krise

Die Abwrackprämie hat Autohändler nur kurze Zeit glücklich gemacht. Die Kunden können aber auch nach dem Auslaufen von ihr profitieren: Denn immer noch sorgt das Subventionsprogramm für Tiefstpreise bei Gebrauchtwagen.

Während sie ausgezahlt wurde, wurde manchem Händler geradezu das Autohaus eingerannt. Doch nun, da der subventionierte Boom vorbei ist, folgt der Kater. Deutsche Autofahrer sind auf absehbare Zeit versorgt, höchstens das wieder anziehende Exportgeschäft hebt die Laune der Hersteller, die Händler von Neuwagen im Inland haben davon indessen wenig. Dabei sind die noch vergleichsweise gut dran: Regelrecht verflucht haben den staatlichen Zuschuss die Verkäufer von Gebrauchtwagen. Denn ihnen brachte die Umweltprämie das schlechteste Geschäft seit Jahren ein, niemand wollte die Second-Hand-Modelle mehr kaufen. Die Preise für die gebrauchten Modelle gingen entsprechend in den Keller.

Ein Segen für Kunden

Und das ist wiederum schön für die Kunden. Zwar steigen Preise langsam wieder – Schnäppchen machen kann man aber noch immer. Aber es durchaus Eile geboten: Wer sich einen Gebrauchtwagen zulegen will, “der sollte nicht zu lange warten”, rät der der Branchendienst Eurotax-Schwacke im hessischen Maintal. Denn noch seien die Preise günstig, ein Überangebot aber, das den Autokäufern die komfortable Situation beschert hatte, herrscht im Handel nicht mehr.

Ein Fluch für Gebrauchtwagenhändler

Vor ein paar Monaten kosteten Gebrauchtwagen noch bis zu 10 Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2008. Trotzdem blieben viele Händler auf ihren Wagen sitzen – im Schnitt 122 Tage musste ein Second-Hand-Auto auf einen neuen Besitzer warten. Langsam erholt sich der Markt aber wieder. “Wir werden Ende des Jahres immer noch nicht den Stand von 2008 erreicht haben, aber immerhin ein deutlich höheres Niveau als noch 2009″, sagt Roland Korioth von Eurotax-Schwacke.

Jahreswagen liefen gut

Aber, das Schicksal hat nicht alle Händler gleichermaßen hart getroffen. Vor allem jene, die viele Jahreswagen im Angebot hatten, spürten nicht viel von der Flaute. Denn die Quasi-Neuwagen wurden ebenfalls von Staat beim Kauf subventioniert und waren bei Kunden dementsprechend beliebt. Insgesamt sei der Rückgang bei Käufen von Gebrauchtautos so auch nur auf 1,6 Prozent zu beziffern, sagt Claudia Schiffer vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes.

Keine Spur von Krise

Und nun, da die Bundesbürger generell wieder stärker Interesse an Gebrauchtwagen haben, läuft es für viele Händler sogar richtig rund. So wie für Ahmet Nizam, der Werkstatt und Gebrauchthandel betreibt. Der Kfz-Meister hatte durch die Abwrackprämie kaum Kunden verloren, stattdessen nach deren Ende einige neue hinzugewonnen. “Die Auftragslage ist so gut wie selten zuvor”, sagt er. “Wir sind derzeit so ausgelastet, dass ich vor zwei Monaten sogar einen neuen Mitarbeiter einstellen musste”, erzählt der Kfz-Meister. Wer also einen neuen alten Wagen braucht, der sollte jetzt schnell zuschlagen – und noch von den Nachwehen der Abwrackprämie profitieren.

Der Beitrag wurde am Montag, den 21. Juni 2010 um 14:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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